Wahr ist aber auch: Nur 79,5% des Unterrichts (am Gymnasium) wurden »gemäß Stundenplan« erteilt, und selbst diese Zahl berücksichtigt noch nicht Ausfälle durch Kürzung der Stundentafeln. Wahr ist ebenfalls: Über 7%, in der S I fast 10% des erteilten Unterrichts war Vertretungsunterricht; z.T: in »veränderten«, also regelmäßig: extragroßen Lerngruppen. Dieser Vertretungsunterricht belastet Lehrkräfte und mindert Unterrichtsqualität gleich doppelt – der Vertretungsunterricht selber ist häufig bestenfalls ein Notunterricht, der den Lehrer:innen zusätzlich die Zeit raubt, die sie eigentlich für eine gute Vorbereitung des eigenen Unterrichts benötigen würden.
Ayla Çelik, Landesvorsitzende der GEW fordert daher endliche eine Erfassung der tatsächlich relevanten Informationen:
- Wie viel Unterricht findet tatsächlich fachgerecht statt?
- Wie viele Vertretungsstunden übernehmen Lehrkräfte zusätzlich?
- Wie viele Stunden sind pädagogisch reduziert (Arbeitsaufträge statt Unterricht, zusammengelegte Klassen etc.)?
- Wie stark belastet das System die Schulen?
»Ohne solche Angaben bleibt die Statistik ein politisches Kommunikationsinstrument, aber kein realistisches Abbild des Unterrichtsgeschehens. Die Kolleg:innen in den Schulen verdienen eine Statistik, die ihre tatsächliche Realität und Überlastung abbildet und nicht eine rechnerisch geglättete Version davon«, erklärt die Landesvorsitzende Ayla Çelik.

